Vollzeit arbeiten und Vollzeit studieren, funktioniert das überhaupt?

Normalerweise ist ein Student ein Vollzeit-Student und ein Arbeitermensch ein Vollzeit-Arbeitermensch.

Fast jeder Student hat einen Nebenjob. Der nimmt aber in der Regel nicht mehr als 20 Stunden pro Woche in Anspruch.

In manchen Fällen soll es allerdings vorkommen, dass ein Student meint, er könne 40 Stunden pro Woche arbeiten, natürlich neben der Uni. Vorlesungen seien sowieso vollkommen überbewertet und den Stoff könne man schließlich noch im Feierabend nachholen.

Klar geht das ein paar Tage oder Wochen gut. Nur vergisst man irgendwann im Arbeitsleben, dass man doch eigentlich ein Student ist. Da war doch letztens die Vorlesung, die man sich noch angucken wollte. Und das Projekt, wollte man nicht noch diese eine Aufgabe bearbeiten, à propos Projekt, wo stehen wir da eigentlich mittlerweile? Irgendwie ist man komplett raus und nicht mehr auf dem neuesten Stand. Der Arbeitsalltag hat einen auf einmal gefesselt.

Man braucht eine starke Motivation um sich im Feierabend noch einmal an den Schreibtisch zu setzen und nicht jeder Student ist so diszipliniert und konsequent. „Morgen ist schließlich auch noch ein Tag“. Und kaum hat man sich versehen, ist schon wieder eine ganze Woche um.

So schnell kann es gehen. Plötzlich hat man festgestellt, dass es wohl doch keine so gute Idee war, einen Vollzeitjob anzufangen. Disziplin hin oder her, man braucht für ein Vollzeit-Studium einfach mehr Zeit als ‚mal-eben-schnell-nach-der-Arbeit-ne-halbe-Stunde’. Vorlesungen Vor- und Nachbereiten, Literatur lesen, Texte bearbeiten, Beiträge schreiben, Meinungen bilden, Diskutieren und und und… das geht nicht zwischen Tür und Angel.

Nicht umsonst gibt es für jedes Modul eine bestimmt Anzahl an Credits. Ein Credit steht dafür für einen Arbeitsaufwand von 30 Stunden. Hat ein Modul beispielsweise 10 Credits, kann man sich ausrechnen, dass man 300 Stunden Arbeitsaufwand einkalkulieren sollte (pro Semester). Davon wird noch die Zeit abgezogen, die man in der Vorlesung verbringt. Und da man nicht nur ein Modul pro Semester hat, ist es keine schwierige Rechnung um festzustellen, dass ein Vollzeitjob da zeitlich gesehen irgendwie nicht mehr so wirklich gut reinpasst.

Abgesehen von den Credits gibt es im Job auch gesetzliche Vorschriften um den Studentenstatus nicht zu verlieren. Es gilt die 20-Stunden-Grenze, um keine Sozialabgaben zu haben oder eine eigene Krankenversicherung abschließen zu müssen (außer Familien- oder studentische Krankenversicherungen).

Keine Frage, ich finde es auch weiterhin wichtig und auch ratsam, neben der Uni in einem Unternehmen oder einer Agentur studienbegleitend zu arbeiten. Man bekommt so einen sehr guten Einblick in das wirkliche Berufsleben und weiß wovon die Dozenten in den Vorlesungen sprechen. Ebenfalls kann man das Gelernt aus den Vorlesungen direkt praktisch anwenden oder erfährt, dass es in der Praxis doch irgendwie alles ganz anders läuft als in der Theorie.

Allerdings sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass man hauptberuflich Student ist.

Es bringt einem nämlich nicht viel, wenn man interessante Praxiserfahrungen gemacht hat, aber als Preis dafür womöglich noch ein Semester hinten dran hängen muss oder gar die Noten drunter leiden. Es sollte alles im richtigen Maß bleiben.

Die Kunst liegt darin, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Studieren und Arbeiten zu finden. Und die Freizeit sollte natürlich auch nicht zu kurz kommen ;-)

Kea

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Autor: kea
Datum: Dienstag, 12. Januar 2010 16:01
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Wintersemester 2009/2010

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Ein Kommentar

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    [...] ebenso wie um persönliche Erfahrungen mit dem studentischen Alltag (Prüfungsvorbereitungen, Arbeit und Studium). In einem Artikel geht es um die technischen Möglichkeiten, Skype für Vorträge von Gastdozenten [...]

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